Warum die Frage so schwer zu beantworten ist
Antworten gibt es reichlich. Das Problem ist, dass fast jede von jemandem kommt, der am Ende etwas verkaufen will.
In unseren Erstgesprächen hören wir dieselbe Geschichte immer wieder. Kurs gekauft, nichts dahinter. Coach bezahlt, der vor allem beibringt, wie man seinen Kurs weiterverkauft. Vier- und fünfstellige Beträge in Angeboten versenkt, die von außen aussahen wie alle anderen auch. Wer schon zweimal Geld verloren hat, liest jede neue Seite mit angezogener Handbremse. Zu Recht.
Deshalb steht in der folgenden Tabelle auch das, wovon wir abraten und womit wir selbst nichts zu tun haben.
Die neun Wege, die ständig empfohlen werden
Sortiert nach der Frage, die darüber entscheidet, ob ein Weg für dich überhaupt infrage kommt: Was musst du mitbringen, bevor der erste Euro kommt?
| Weg | Was dahintersteckt | Was er dich vorher kostet |
|---|---|---|
| Umfragen, Mikrojobs | Cent-Beträge für Klickarbeit. | Nichts außer Zeit. Dafür liegt der Stundenlohn unter dem Mindestlohn. Taschengeld, kein Einkommen. |
| Dropshipping | Produkte verkaufen, die ein anderer lagert und verschickt. | Werbebudget. Wer testet, verliert erst einmal Geld. Wer keins zum Testen hat, verliert genau das zuerst. |
| Trading, Krypto | Gewinne aus Kursbewegungen. | Kapital, das du entbehren kannst. Wer damit anfängt, weil er Geld braucht, hat die schlechtesten Voraussetzungen von allen. |
| Network Marketing, MLM | Produkte verkaufen und weitere Verkäufer anwerben. | Deine Kontakte. Das Einkommen der meisten stammt aus dem Anwerben, nicht aus dem Produkt. Wir raten davon ab und arbeiten mit niemandem daran. |
| Affiliate | Fremde Produkte empfehlen, Provision kassieren. | Reichweite. Ohne Publikum bedeutet das rund ein Jahr Vorarbeit, in dem nichts zurückkommt. |
| Print-on-Demand, Amazon KDP | Designs oder Bücher hochladen, die Plattform macht den Rest. | Wenig Geld, viel Geduld. Die Margen sind dünn, die Konkurrenz ist groß. Als Zusatz brauchbar, als Ersatz selten. |
| UGC, Content für Marken | Videos für fremde Marken produzieren. | Die Bereitschaft, dich zu zeigen. Ein echter Markt, aber du verkaufst deine Zeit vor der Kamera. |
| Eigener Onlineshop | Eigene Produkte, eigene Marke. | Startkapital und einen langen Atem. Das tragfähigste Modell auf dieser Liste und gleichzeitig das mit der längsten Durststrecke. |
| Dienstleistung mit einem Skill | Ein Unternehmen zahlt dafür, dass du etwas kannst, was ihm fehlt. | Nur Zeit. Kein Kapital, keine Reichweite, kein eigenes Produkt. Dafür brauchst du einen Skill, für den bereits Geld ausgegeben wird. |
Woran du ein unseriöses Angebot erkennst
Fünf Merkmale. Treffen zwei davon zu, lass es.
- Ein Ergebnis im Versprechen. „10.000 Euro im Monat“, „200 bis 500 Euro am Tag“. Niemand kann dein Ergebnis kontrollieren. Wer es trotzdem verspricht, verkauft dir eine Hoffnung.
- Zeitdruck im Gespräch. „Das Angebot gilt nur heute“ ist keine Knappheit, das ist Technik. Wer drängt, hat Angst, dass du darüber schläfst.
- Niemand ist überprüfbar. Keine Namen, keine echten Bewertungen, keine Leute, die man anschreiben könnte. Bei einem Angebot, das angeblich hunderte erfolgreich gemacht hat, ist das kein Zufall.
- Das Produkt ist, das Produkt zu verkaufen. Wenn der Kurs vor allem beibringt, wie man den Kurs weiterverkauft, lernst du keinen Skill. Du wirst Teil einer Kette.
- Die Arbeit kommt nicht vor. Jeder echte Weg hat einen Teil, der anstrengend ist. Wer den weglaesst, hat ihn nicht vergessen.
Was realistisch drin ist
Der Teil, den kaum jemand ehrlich beantwortet. Also hier.
Die wenigsten, die zu uns kommen, wollen reich werden. In den Gesprächen fällt fast immer dieselbe Größenordnung: zwischen 2.000 und 5.000 Euro netto im Monat. Genug, um vom alten Job wegzukommen und den Tag selbst einzuteilen. Mehr will kaum jemand, und wer 10.000 Euro verspricht, hat nicht zugehört.
Ob du dort ankommst, hängt an Dingen, die wir von hier aus nicht beurteilen können: wie viel Zeit du wirklich hast, wie hartnäckig du bist, in welchem Markt du landest. Wir nennen deshalb keine Zahl für dich. Jede, die wir nennen würden, wäre geraten . Geratene Zahlen sind genau das, was dich auf diesem Weg schon einmal Geld gekostet hat.
Was jeder Weg zuerst kostet: Zeit. Bei einer Dienstleistung brauchst du erst den Skill, dann die ersten Kunden. Das dauert Monate. Wer nebenher im Job steckt, braucht länger. Das ist kein Kleingedrucktes, sondern die Rechnung, die vorher aufgehen muss.
Der Weg, den wir empfehlen
Online-Marketing. Der Grund ist nüchtern: Er hat die wenigsten Voraussetzungen von allen neun.
Ein Unternehmen, das Kunden gewinnen will, braucht jemanden, der Anzeigen schaltet, Funnels baut oder Texte schreibt. Dieses Budget wird ohnehin ausgegeben. Du musst also keinen Markt schaffen, sondern nur in einen bestehenden hinein. Kein Lager, kein Startkapital, keine Follower.
Den Haken verschweigen wir nicht: Du musst Kunden gewinnen. Viele sagen uns im Erstgespräch, dass sie sich selbst nicht als Vertriebler sehen. Das ist nachvollziehbar. Es ist auch der Teil, den man besser mit jemandem lernt, der es schon gemacht hat, als allein aus Videos.